
Der Tiefenblick ins Social Web
Montag, 11.05.2009 | Maik BohneSocial Media – das ist das große Thema in diesen internetverrückten Wahlkampfzeiten, in den Guido Westerwelle gruschelt, Frank-Walter Steinmeier twittert und Angela Merkel podcastet. Im Kern firmiert der Begriff als Schlagwort für alle möglichen Formen der sozialen Vernetzung im Internet wie z.B. über Weblogs, auf Twitter oder in Social Networks à la Facebook.
Social Media steht aber nicht nur für die neuen (Mitmach-)Möglichkeiten des WorldWideWeb. Es bedeutet auch eine neue Stufe der Fragmentierung unserer Medienlandschaft, die sich im sog. long tail immer kleinteiligere Nischen des Dialogs sucht. Umso wichtiger ist es zu Wahlkampfzeiten, den Überblick über die politischen Seiten und Statusmeldungen der Parteien zu behalten. Hier kommt das Social Media Monitoring ins Spiel, das mithilfe neuester Technik einen kühlen Kopf im Dickicht des Hyperkommunizierens behält.
War das Social Media Monitoring zu Zeiten des Präsidentschaftswahlkampfes in den USA noch wenig ausgereift, so sind in Deutschland in diesem Superwahljahr gleich mehrere Agenturen und Programmierer an den Start gegangen, um einem breiteren Publikum einen analytischen Überblick über die Netzaktivitäten der Politiker zu geben.
Zunächst ist hier der Wahl-im-Web-Monitor der PR-Agentur Weber Shandwick zu nennen, der gut aufbereitete Daten über die deutsche Social-Media-Landschaft liefert, aber auch die politischen Top-Themen im Web analysiert. Portal der „ersten Stunde“ ist wahl.de von Compuccino, das die Aktivitäten deutscher Parteien seit einigen Monaten quantitativ erfasst. Sein Gimmick: Es adelt die erfolgreichsten Twitterer und beliebtesten Netzwerker unter den deutschen Politikern als „Big Mover“ und „Big Shaker“.
Neu dazugekommen ist nun wahlradar.de - konzipiert von der PR-Agentur Publicis Consultants und von Linkfluence. Das Schöne an diesem Tool: Es visualisiert die Verknüpfungen politischer Webseiten in Deutschland (s. Bild). Allerdings beschränkt es sich auf die Analyse der Blogosphäre, die bekanntlich hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt und dort einfach nicht richtig herauswachsen möchte. Dennoch ist wahlradar.de eine gute Ergänzung zu den oben genannten Instrumenten.

Mein Tipp: Wer den Überblick über das immer lauter werdende Gezwitscher und Gegruschel deutscher Politiker behalten möchte, der nutzt die neuen Möglichkeiten des Social Media Monitoring. Geht schnell, ist einfach!


