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Dialog wird wichtiger!

Pfeil Dienstag, 29.09.2009 | Kerstin Plehwe

Das Superwahljahr ist zu Ende, die Bundestagswahl vorbei. Der Wahlkampf war sicherlich nicht der hitzigste, intensivste und spannendste, den die Bundesrepublik gesehen hat. Aus Sicht von Kommunikationsexperten lässt sich aber konstatieren: So viel Dialog wie in diesem Jahr war nie. Die Parteien haben so konsequent wie nie zuvor auf Dialoginstrumente gesetzt. Die Zahl der versendeten Direct Mailings stieg deutlich, die Internetauftritte der Parteien waren “state of the art”, auch setzten mehr Politiker auf Hausbesuche.

Was dem Dialogwahlkampf jedoch fehlte, war die Intensität, die wir aus den USA kennen. Da die beiden großen Parteien zusammen in einer Großen Koalition regierten, fehlte die ansonsten deutlich stärker zu spürende Polarisierung, die gerade in der heißen Phase des Wahlkampfes menschen mobilisiert. Ohne Reibung zwischen zwei klaren Alternativen scheint es schwer zu sein, Menschen aktiv in den Wahlkampf zu involvieren.

Mit einer schwarz-gelben Koalition wird nun sicher mehr Musik in der Politik sein. Die Unterscheide zwischen den Lagern werden sicher wieder deutlicher werden. Das könnte in Zukunft wieder zu belebteren Wahlkämpfen führen und den Dialog intensivieren! Die Instrumente stehen bereit.

Linie

Europa hat (nicht) gewählt

Pfeil Montag, 08.06.2009 | Kerstin Plehwe

Am Sonntag nahmen historisch niedrige 43,3 Prozent der Bundesbürger an der Europawahl teil. Damit lag die Wahlbeteiligung zwar um o,3 Punkte höher als vor fünf Jahren, sie scheint sich aber auf sehr niedrigem Niveau einzupendeln.

Gründe für die hohe Wahlabstinenz gibt es viele. Sicher. Die Europäische Union scheint für viele Bürger schwer greifbar, weit weg und zu komplex zu sein.

Dieser Erklärungsansatz greift jedoch zu kurz. Der Hang zur Wahlenthaltung steigt in Deutschland ganz unabhängig von der jeweiligen Abstimmung. Der Politik scheint es also immer seltener zu gelingen, die Menschen für die Wahl als grundlegendste Form der politischen Partizipation zu gewinnen.

Das ist eine gefährliche Tendenz. Was ist zu tun? Einer der Schlüssel zu einer vitaleren Demokratie ist es ohne Frage, Bürger wieder direkter anzusprechen, ihnen Politik so persönlich wie möglich zu erklären, ihnen zuzuhören und lebensnah auf sie einzugehen. Kurzum: einen echten Dialog mit Ihnen zu führen.

Gelingt dies nicht, dann könnte auch bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Wahlergebnis zustande kommen. Das kann kein überzeugter Demokrat wollen. Deshalb heißt es jetzt: Aktiv werden statt lamentieren!